Vereinsgeschichte

2015

Leider nicht so erfolgreich ist das Jahr 2015 verlaufen. Zwei Ereignisse in diesem Jahr zeigen, dass unsere sportlichen Wünsche und Ziele im Bereich Leistungssport leider neben der sportlichen Qualität auch an organisatorische und finanzielle Grenzen gestoßen sind. Die 1. Herrenmannschaft im Fußball musste nach nur einer Saison die Regionalliga Nord wieder verlassen und die 1. Herrenmannschaft im Basketball (SG FT/MTV) musste die Lizenz der 2. Bundesliga ProB und der Regionalliga zurückgeben und spielt seit der Saison 2015/2016 nur noch in der Oberliga.

Im Fußball konnten wir die Anforderungen an die 4. Liga, in der Mannschaften zum Teil unter Profibedingungen spielen, weder im sportlichen noch im organisatorischen und im finanziellen Bereich erfüllen. Finanziell wurde die Regionalligasaison mit einem erheblichen Fehlbetrag abgeschlossen. Die Rückgabe der Lizenz im Basketball ist auf eine deutlich geringere Unterstützung durch die Erstligabasketballer zurückzuführen.

Erfreulicherweise konnten 2015 die Positionen des 1. Kassierers und der 2. Schriftführerin, die seit den Vorstandswahlen im Jahr 2014 vakant waren, durch Oliver Fritz und Maike Klesen besetzt werden.

Der Bau der großen Umkleidekabinen mit Duschräumen und Toiletten auf dem Geschäftszimmer des Vereins im Frühjahr 2014 wurde 2015 mit der Verleihung eines Sonderpreises des Peter-Joseph-Krahe-Preises durch die Stadt Braunschweig gewürdigt.

Ende 2015 zählt der Verein 1.338 Mitglieder, davon 623 Kinder und Jugendliche.

2006 bis 2014

Eine ganz wesentliche Entscheidung für die Weiterentwicklung des Vereins und insbesondere der Fußballabteilung brachte das Jahr 2006. Die langjährigen Bemühungen der Freien Turnerschaft waren endlich von Erfolg gekrönt. Die Stadt Braunschweig stimmte der Anlage eines dritten Spielfeldes in unserem Stadion und der damit verbundenen Generalsanierung der gesamten Sportanlage zu und übernimmt die Finanzierung.

In der Zeit vom 19.05. bis Ende Oktober 2008 wird die Generalsanierung des Freie Turner-Stadions durchgeführt. Auf dem bisherigen A-Platz, der in Nord-Süd Richtung verlief, werden unter Verzicht auf die leichtathletischen Anlagen zwei in West-Ost Richtung verlaufende Spielfelder errichtet. Ein Spielfeld wird als Kunstrasenplatz angelegt. Der B-Platz wird vollständig saniert und mit einer neuen Rasendecke versehen. Die Baukosten von insgesamt rd. 1,4 Mio. € werden von der Stadt Braunschweig übernommen. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme wird der Erbbaurechtsvertrag um 30 Jahre bis 2042 verlängert.

Die U-19 der Basketballer spielt in der neu geschaffenen Bundesliga. Der SC Acosta 06 scheidet aufgrund der Fusion mit dem Braunschweiger Sportclub aus der JSG mit dem Poli-zeisportverein und den Freien Turnern aus.

2009 wird die U-18 der Basketballer Deutscher Vizepokalsieger. Hervorzuheben ist die knappe 2:4 Niederlage der 1. Mannschaft gegen den BTSV Eintracht im Niedersächsischen Pokalwettbewerb im August 2009 vor 2.100 Zuschauern.

Die 1. Fußballmannschaft verpasst 2010 nach 10-jähriger ununterbrochener Zugehörigkeit zur Niedersachsenliga die Qualifikation zur künftigen eingleisigen Oberliga Niedersachsen. Die A-, B- und C-Junioren erreichen mit ihren Aufstiegen in die Niedersachsenliga bzw. Landesliga Braunschweig die höchsten Spielklassen des Verbandes. Die U-18 der Basketballer wird Deutscher Vizepokalsieger und die U-12 und die U-16 erringen die Niedersachsenmeisterschaft. Mit dem Ziel die Fußball- und die Fußballjugendabteilung der Freien Turnerschaft ideell und finanziell auf Breiten- und Leistungssportebene zu unterstützen, wird der Verein „Freunde und Förderer der Fußballabteilung der Freien Turnerschaft“ gegründet. Die Duschräume unter der Terrasse des Vereinsheim werden mit einem Kostenaufwand von 14.000 € saniert.

2011 im Jahr ihres 100-jährigen Jubiläums ist die Fußballabteilung mit 30 Mannschaften davon 20 Jugendmannschaften am Start. Die U-19 der Basketballer erreichte das Halbfinale bei den Deutschen Meisterschaften. Aufgrund der ständig steigenden Zahl der Fußballmannschaften werden Gespräche mit der Stadt wegen der Schaffung von zusätzlichen Umkleidekabinen aufgenommen. Am Ende des Jahres 2011 hat der Verein 1.124 Mitglieder, davon 484 Kinder und Jugendliche.

Die 1. Fußballmannschaft verpasst 2012 erst in der Relegation den Aufstieg in die eingleisige Oberliga Niedersachsen. Die Mitgliederzahl steigt auf 1.255 (591 Kinder und Jugendliche).

Wolfgang Stölting tritt 2013 nach 42 Jahren im geschäftsführenden Vorstand, davon 24 Jahre als 1. Vorsitzender, nicht zur Wiederwahl an. Günther Kasties wird zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Der Bau von zwei großen Umkleidekabinen mit Duschräumen und Toiletten auf dem Geschäftszimmer des Vereins beginnt und wird im Frühjahr 2014 abgeschlossen. Die Kosten in Höhe von rd. 205.000 € werden von der Stadt Braunschweig übernommen. Auf der Bezirkssportanlage Franzsches Feld wird ab Mitte 2013 ein von der Stadt errichtetes neues Kunstrasenfeld durch die Freie Turnerschaft zur vorrangigen Nutzung gemietet.

Der 1. Fußballmannschaft gelingt der Aufstieg in die eingleisige Oberliga Niedersachsen. Den Aufstieg schafften die Spieler Daniel Reck, Timo Keul, Maximilian Agge, Julian Bräunig, David Chromik, Christian Ebeling, Julian Eggers, Oliver Fiedler, Dominik Franke, Marvin Fri-cke, Rick Kaupert, Fabian Krüger, Lennart Kuntze, Jan Lührs, Gian-Luca Meier, Adrian Mor-ton, Nico Müller, Erva Onbasiogullari, Stefan Riedel, Aaron Samawatie, Zack Shiposh, Okan Uysal, Jan-Philipp Walther, Engin Yüksek, Tobias Groh, Tuna Bayrak unter Leitung von Trainer Uwe Walther und den Co-Trainern und Betreuern Ali Cakaloglu, Heiko Lau, Thomas Meier und Walter Drabaz.

Die Fußballabteilung nimmt im Spieljahr 2013/14 mit insgesamt 40 Mannschaften, davon 29 Jugendmannschaften, am Spielbetrieb teil. Mit 5 Mädchenmannschaften konnten alle Altersklassen im Mädchenbereich besetzt werden. Ende des Jahres hat der Verein 1.351 Mitglieder, davon 657 Kinder und Jugendliche.

Im Sommer 2013 kommt es zu einem Brand, der den Umkleidebereich unseres Vereinsheims erheblich beschädigt. Monatelang ist nur eine eingeschränkte Kabinenbenutzung möglich.

Das Jahr 2014 wird von großen Erfolgen der 1. Mannschaft der Fußballabteilung geprägt. Der Mannschaft gelingt als Aufsteiger in die Oberliga Niedersachsen die Erringung des 2. Platzes, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen zur Regionalliga Nord berechtigt. In der Relegation wird gegen den VfB Lübeck verloren und gegen den Bremer SV gewonnen. Damit wird der Aufstieg in die Regionalliga Nord erreicht. Diese außergewöhnliche Leistung wird durch herausragende Ergebnisse im Pokalwettbewerb gekrönt. So qualifiziert sich die 1. Mannschaft im April im Eintracht-Stadion vor über 6.000 Zuschauern mit einem Sieg gegen den VfB Oldenburg für das Endspiel im Niedersachsenpokal und damit für die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal. Das Endspiel im Niedersachsenpokal geht im August 2014 gegen Schwarz-Weiß Rehden knapp verloren. In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals scheidet die Mannschaft im August 2014 gegen den 1. FC Köln vor fast 10.000 Zuschauern im Eintracht-Stadion mit 0 : 4 (Halbzeit 0 : 0) sehr achtbar aus dem Pokalwettbewerb aus.

An den großartigen Erfolgen sind unter Leitung von Trainer Uwe Walther und den Co-Trainern und Betreuern Ali Cakaloglu, Heiko Lau, Thomas Meier und Walter Drabaz beteiligt:

Daniel Reck, Timo Keul, Marian Fritz, Maximilian Agge, Marco Behrens, Julian Bräunig, David Chromik, Christian Ebeling, Julian Eggers, Oliver Fiedler, Dominik Franke, Marvin Fricke, Re-ne Illner, Rick Kaupert, Fabian Krüger, Lennart Kuntze, Jan Lührs, Adrian Morton, Erva Onba-siogullari, Stefan Riedel, Aaron Samawatie, Philipp Stucki, Okan Uysal und Jan-Philipp Walther.

2000 bis 2005

Wie 1997 ist auch das Jahr 2000 ein Jahr der Erfolge. Die 1. Fußballmannschaft schaffte unter Trainer Jürgen Wadsack den Wiederaufstieg in die Niedersachenliga, sicherte sich den Gewinn der Stadtmeisterschaft und erreichte das Endspiel des Bezirkspokals. An diesen herausragenden Erfolgen waren beteiligt: Beser, Eilers, Engel, Gaebel, Gottschalk, Ch. Hense, St. Hense, Hoffmann Kitar, Köritzer, T. Meyer, M. Müller, T.Müller, M. Neumann, Ortelt, Schwerdtner, Schneider, Schulze, Urban, Walther, Wiesner, Will, Zeisig und die Betreuer Mosel und Balke.

Die U-16 Fußballmädchen erreichen als Bezirksmeister einen sensationellen 2. Platz bei der Niedersachsenmeisterschaft. Die Erringung dieser Vizemeisterschaft stellt den bislang größten Erfolg einer Fußballjugendmannschaft des Vereins dar. Die A-Jugend und die D-Jugend der Basketballabteilung werden Niedersachsenmeister.

Auch formal wird die Trennung des Bundesligabereichs von der SG Freie Turner/MTV vollzogen. Die Bundesligalizenz wird nicht mehr der SG sondern einer GmbH erteilt. Mit der GmbH wird ein Kooperationsvertrag zur Gewährleistung der für den Bundesligabetrieb erforderlichen Jugendarbeit abgeschlossen.

Die mehrjährigen Bemühungen zur Erweiterung unserer Sportanlage um ein drittes Spielfeld sind gescheitert. Ein entsprechender Antrag ist von der Stadt im November 2000 abgelehnt worden.

Im August 2000 findet im Freie Turner-Stadion ein Familienfest des Niedersächsischen Fußballverbandes anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Deutschen Fußballbundes vor ca. 4.000 Zuschauern statt.

2002 steigt die 1. Mannschaft der SG FT/MTV aus der Regionalliga Nord in die 2. Bundesliga auf. Die U-20 der Basketballer wird Landespokalsieger, Niedersachsenmeister und Norddeutscher Vizemeister und die U-14 wird Niedersachen- und Norddeutscher Meister.

2003 feiert die Freie Turnerschaft mit einem Festakt im städtischen Museum am 12.09. und einem Vereinsball in der Braunschweiger Stadthalle mit 600 Gästen am 13.09. das 100-jährige Vereinsjubiläum. Höhepunkte der vielfältigen sportlichen Veranstaltungen im Rahmen des Vereinsjubiläums waren das Spiel der 1. Fußballmannschaft gegen die 1. Mannschaft Eintrachts vor 2.700 Zuschauern das mit 0 : 3 verloren wurde und eine von Jürgen Wadsack organisierte Wiedersehensfeier ehemaliger Spieler der 1. Fußballmannschaft aus den vergangenen 50 Jahren mit ca. 300 Teilnehmern.

Die aus Anlass des 100-jährigen Vereinsjubiläums federführend von Ralf Krause erstellte Jubiläumsschrift wurde vom Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte besonders ausgezeichnet.

Auch in den Jahren 2004 bis 2006 sorgten die Jugendmannschaften der Basketballer für sportliche Höhepunkte und errangen in den verschiedenen Altersklassen unter anderem mehrere Norddeutsche und Niedersächsische Meisterschaften. Besonders hervorzuheben ist die Deutsche Vizemeisterschaft der U-20 im Jahre 2006.

Die 1. Fußballmannschaft belegte 2004 in der Oberliga Niedersachsen einen hervorragenden 2. Platz und verpasste die Qualifikation zur neu geschaffenen Oberliga Nord erst an den letzten beiden Spieltagen.

Die Mitgliederzahl stieg im Zeitraum vom 2003 bis 2006 von 966 (davon 321 Kinder und Ju-gendliche) auf 1.101 (davon 448 Kinder und Jugendliche).

1993 bis 1999

Die 1. Basketballmannschaft erreicht 1993 in der 1. Bundesliga die Play-Offs. Hier scheitert das Team am späteren Vizemeister Bamberg. Die männliche B-Jugend der Basketballer qualifiziert sich für die Norddeutsche Meisterschaft. Am Jahresende 1993 hat der Verein 919 Mitglieder und damit den höchsten Bestand seit der Wiedergründung im Jahre 1946.

Jürgen Wadsack tritt 1994 die Nachfolge von Uwe Hess als Trainer der 1. Fußballmannschaft in der Landesliga an. Die 2. Fußballmannschaft schafft unter Trainer Klaus Musiol den Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Alten Herren der Fußballabteilung erringen bei der Niedersachsenmeisterschaft den 3. Platz. Die 1. Basketballmannschaft steigt aus der 1. Bundeliga ab. Die männliche A-Jugend der Basketballer erreicht bei den Norddeutschen Meisterschaften den 2. Platz und sichert sich die Teilnahme an den deutschen Jugendmeisterschaften. Erfreulich verläuft die Entwicklung der JSG Prinzenpark. Es werden mehrere Staffelmeisterschaften errungen. Besonders sind die Aufstiege der 1. C-Jugend in die Bezirksklasse und der A-Jugend in die Bezirksliga, der zweithöchsten Jugendspielklasse auf Landesebene, zu erwähnen. Die Vereinsgaststätte wird mit einem Kostenaufwand von 86.000 DM umgebaut und neu möbliert.

Durch den Rückzug eines Erstligisten konnte die 1. Basketballmannschaft 1995 wieder einen Platz in der 1. Bundesliga erreichen. Die A-Jugend erringt den 2. Platz bei der Norddeutschen Meisterschaft. Erneut werden erhebliche Investitionen zur Erhaltung der Sportanlage erforderlich. Die Umstellung der Heizungsanlag des Vereinsheims von Öl auf Gas erfordert 35.000 DM und die Grundsanierung der Rasenfläche des A-Platzes 16.000 DM.

Mitte der 90iger Jahre verstärken sich die Platzprobleme für die Fußballabteilung erheblich. Zwei Spielfelder reichen seit langem für einen geordneten und den Anforderungen entsprechenden Spiel- und Trainingsbetrieb nicht mehr aus. Als erster Schritt wird 1996 eine Vereinbarung mit dem Polizeisportverein über die Mitbenutzung der dortigen Plätze geschlossen. Hierdurch wird die seit Jahrzehnten bestehende Platznot etwas gelindert.

1997 ist ein außerordentlich erfolgreiches sportliches Jahr für den Verein. Die erste Fußballmannschaft schafft am 7. Juni den Aufstieg in die Niedersachsenliga per Relegationsspiel gegen die Reserve des LSK Lüneburg. Unter Leitung von Trainer Jürgen Wadsack waren an diesem Erfolg beteiligt: Barac, Behrens, Gaebel, Gottschalk, Halatsch, Kitar, Köritzer, Meelker, T. Müller, Ortelt, Prinke, Schwerdtner, Schulze, Steinmetz, Warlitz, Wiesner, Zeisig und die Betreuer Mosel und Hornig.

Die 1. Basketballmannschaft erreichte zum zweiten Mal die Play-Offs. Die A- und C-Jugend erringen die Niedersachsenmeisterschaft. Aus dem Jugendbereich der Basketballer gehören acht Akteure zum jeweiligen Nationalmannschaftskader. Großartige Ergebnisse verzeichnet auch die Fußballjugend. Die U-16 Mädchen belegen als Bezirksmeister bei der Niedersachsenmeisterschaft den 4. Rang. Aus dieser Mannschaft gehören Petra Dierks und Lina Stölting mehrere Jahre zum Stamm der Niedersachsenauswahl.

Erstmalig seit der Wiedergründung wird 1997 die Grenze von 1.000 Mitgliedern überschritten. Der Verein hat zum 31. Dezember 1.029 Mitglieder, davon 414 Kinder und Jugendliche. Größte Abteilung ist mit 512 Mitgliedern die Fußballabteilung.

Leider hat dieses erfolgreiche Jahr auch einen Wertmutstropfen. Die JSG Prinzenpark muss aufgrund von nur schwer nachvollziehbaren Entscheidungen des Niedersächsischen Fußballverbandes formal aufgelöst werden. Sie wird aber tatsächlich mit den bisherigen Partnern in anderer Form weiter geführt.

Bereits nach einem Jahr Zugehörigkeit zur Niedersachsenliga muss das 1. Herrenteam der Fußballabteilung 1998 den Weg zurück in die Landesliga antreten. Wieder 3. Platz für die Altherrenfußballer bei der Niedersachsenmeisterschaft. Erneute Play-Off Teilnahme der 1. Basketballmannschaft. Sowohl die D- als auch die A-Jugend der Basketballer qualifizieren sich für die Norddeutschen Basketballmeisterschaften, wobei sich die D-Jugend den 2. Platz sichert.

Auch 1999 erreicht die 1. Basketballmannschaft die Play-Offs. Die B-Jugend der Basketballer erreicht bei den Norddeutschen Meisterschaften den 3. Platz.

1978 bis 1992

Mit einem Festakt im städtischen Museum am Löwenwall werden im September 1978 die Feiern anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Vereins abgeschlossen. Die Festrede hält Herrmann Frehe. Im Rahmen der sportlichen Veranstaltungen zum Vereinsjubiläum spielt die damalige Bundesligaelf von Eintracht vor 2.000 Zuschauern gegen unsere 1. Herrenmannschaft. Das Spiel geht 1:8 (1:1) verloren.

Die Basketballer bilden mit Beginn der Saison 1978/79 mit den Basketballern des MTV eine Spielgemeinschaft. Vorsitzender der SG FT/MTV wird Manfred Binder. Die Initiatoren des Zusammenschlusses sind auf Seiten des MTV Eckhard Stein und Jürgen Günther von der Freien Turnerschaft.

Herrmann Frehe wird 1979 als Nachfolger von Kurt Blut, der aus gesundheitlichen Gründen auf seine Wiederwahl verzichtet, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Erstmalig in der Vereinsgeschichte startet die 1. Fußballmannschaft mit Werbung auf den Trikots. In die Wiederherstellung der Aschenbahn, die Sanierung des A-Platzes sowie den Um- und Ausbau der Kabinen unter der Terrasse werden rd. 64.000 DM investiert.

1980 wird auf dem B-Platz eine neue den Anforderungen entsprechende Flutlichtanlage in Betrieb genommen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rd. 50.000 DM.

1983 muss der zu stark belastete B-Platz erneut komplett saniert werden. Erst mit Beginn der Saison 1984/85 kann der B-Platz durch die Fußballabteilung wieder in Betrieb genommen werden.

1984 schafft die 1. Herrenmannschaft der SG FT/MTV den Aufstieg in die Oberliga Niedersachsen und im Jahr 1985 den Aufstieg in die Regionalliga. Die Rollstuhlfahrer der Basketballabteilung erreichen 1985 die Zugehörigkeit zur 2. Bundeliga Nord.

Der 1. Fußballmannschaft gelingt 1985 unter Spielertrainer Manfred Wichmann und den Betreuern Kurt Duderstedt und Erhard Elgert der Aufstieg in die Bezirksoberliga. An diesem Erfolg waren außerdem beteiligt: Harald Thon, Rüdiger Czubba, Reinhard Brennecke, Ralf Meyer, Wolfgang Klotz, Bernd Schröder, Ulrich Meyer, Dirk Jäger, Michael Krzykowski, Ludger Bunten, Thomas Riemann, Manfred Fricke, Hubert Dohle, Detlev Schultze und S. Koziok.

Die Fußballabteilung feiert 1986 ihr 75-jähriges Bestehen. Christian Bembenek und Christian Standtke spielen in der Junioren-Nationalmannschaft im Basketball.

Die seit Anfang der 80iger Jahre andauernden finanziellen Schwierigkeiten des Vereins, bedingt durch den starken Anstieg der Kosten zur Unterhaltung der Vereinsanlagen und den von 1981 bis 1986 erfolgten Kürzungen der städtischen Unterhaltungszuschüsse, können 1987 weitgehend behoben werden. Dies ist zum einen auf die Rücknahme der Kürzungen der städtischen Zuschüsse und der gleichzeitigen Erhöhung dieser Leistung und zum anderen auf das Ergebnis eines Spendenaufrufes an die Mitgliedschaft zurückzuführen. Dieser Aufruf brachte Spenden der Mitglieder in Höhe von 14.000 DM!

Sportlich ist das Jahr sehr erfolgreich. So steigen die Rollstuhl-Basketballer in die 1. Bundesliga und die 1. Herrenmannschaft in die 2. Bundesliga auf. Am Ende des Jahres gehören 899 Mitglieder dem Verein an.

Auch 1988 sorgen die Basketballer für die sportlichen Höhepunkte. Die 1. Basketballmannschaft steigt als Nachrücker in die 1. Bundesliga auf. Der Spielerkreis setzt sich mit einer Ausnahme aus „Eigengewächsen“ zusammen. Die Spieler Harald Stein und Christian Bembenek werden in den A-Kader der Basketball-Nationalmannschaft berufen.

Die Fußballjugendabteilung bildet mit den Nachbarvereinen Polizei SV und SC Acosta 06 eine Spielgemeinschaft, die ab Saisonbeginn 1989/90 als JSG Prinzenpark firmiert.

Wolfgang Stölting wird 1989 als Nachfolger von Herrmann Frehe zum 1. Vorsitzenden gewählt. Herrmann Frehe wird gleichzeitig Ehrenvorsitzender. Er gehörte dem geschäftsführenden Vorstand von 1950 bis 1989 fast ununterbrochen als 1. Kassierer und 1. Vorsitzender an. Absteigen müssen die 1. Basketballmannschaft und die Rollstuhl-Basketballer aus der 1. Bundesliga.

Ende 1990 zählt der Verein 812 Mitglieder.

Höhepunkt des Jahres 1991 war das sensationelle Abschneiden der Basketballer der SG. Gegen Bayer Leverkusen, eines der besten europäischen Teams, unterliegt die SG im Endspiel um den deutschen Basketballpokal in der Sporthalle Alte Waage mit 81:98. Damit aber nicht genug, das Team steigt erneut in die 1. Bundesliga auf und nimmt am europäischen Pokalwettbewerb gegen die europäische Spitzenmannschaft aus Riga teil. An diesen Erfolgen waren beteiligt: die Trainer und Betreuer Lothar Stein, Eckhard Stein und Reinhard Koch sowie die Spieler Martin Kroog, Jens Henzler, Olaf Jentsch, Harald Stein, Stefan Svitek, Nils Brüwer, Markus Gröchtemeier, Christian Bembenek, Marcus Ackermann und Eric Fincks.

Die Stehtribüne auf der Westseite des Stadions wird mit einem Kostenaufwand von rd. 35.000 DM erneuert. Die 1. Fußballmannschaft muss 1991 den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten.

Dieser „Ausrutscher“ wird bereits im folgenden Jahr mit dem Wiederaufstieg in die Bezirksoberliga/Landesliga korrigiert. An diesem Erfolg unter Trainer Uwe Hess und Betreuer Werner Hillebrecht waren beteiligt: Lau, Bode, T. Brecht, Buchal, Caringi, Ernst, Gabrysiak, Gaebel, Günther, Hantelmann, Hauser, Klaus, Krone, G. P. Meyer, A. Schmidt, Schulze, Warnecke, B. Schröder, Graen.

1961 bis 1977

Im Jahre 1961 feiert die Fußballabteilung ihr 50-jähriges Jubiläum. Die Volleyballer erringen bei der deutschen Meisterschaft den 6. Platz und im folgenden Jahr die Vizemeisterschaft in Niedersachsen.

Im Jahr 1963 erlebt der Verein einen absoluten Höhepunkt seiner Geschichte. Der Deutsche Leichtathletikverband vergibt den Länderkampf der Frauen gegen die USA nach Braunschweig auf unsere hervorragend hergerichtete Anlage. Diese Veranstaltung wird für alle, Verband wie Verein, ein voller Erfolgt. Die Veranstaltung verfolgen in dem mit Zusatztribünen versehenen Stadion 12.000 Zuschauer. In der amerikanischen Mannschaft befinden sich mit Edith Mc Guire und Wyoma Tyus zwei spätere Olympiasiegerinnen im Sprint. Für die deutsche Mannschaft tritt unter anderem die Sprinteuropameisterin Jutta Heine aus Hannover an.

1965 ist unser Stadion wieder Austragungsort eines internationalen Wettkampfes. Die Fußballnationalmannschaft Thailands tritt gegen eine Kombination Freie Turner/SC Leu 06 an. Die Braunschweiger Formation setzt sich vor 2.500 Zuschauern mit 2 : 1 durch. Aus unserem Verein spielten Dieter Böttcher, Jupp Wenzel, Manfred Wittig, Spielertrainer Werner Thamm und Kalle Brecht mit.

Aufgrund der Einführung der Bundesliga im August 1963 erfolgte zur Saison 1964/65 auch eine Reform der anderen Spielklassen. Unsere erste Mannschaft (bisher Amateurliga – dritte Klasse) konnte sich für die neu geschaffene Verbandsliga (künftig vierte Klasse) qualifizieren.

Mitte bis Ende der 60iger Jahre wurde unser Stadion dem BTSV Eintracht zur Durchführung von Spielen im Rahmen der Intertoto-Runde und dem SC Leu 06 für die Aufstiegsrunden zur Regionalliga Nord zur Verfügung gestellt. Hierdurch verschaffte sich der Verein eine zusätzliche Einnahmequelle, die zur Finanzierung größerer und kostenträchtiger Unterhaltungsmaßnahmen, wie unter anderem dem Bau der Haupteinfahrt und der Instandsetzung der Aschenbahn, diente.

Kurze Notiz an Rande:
Beim Intertoto-Rundenspiel Eintrachts gegen den FC Carl Zeiss Jena im Juni 1966 wirkte bei Eintracht unser späterer langjähriger Spieler und Trainer Manfred Wichmann mit.

Am 2. Weihnachtstag 1968 fand als Dank für die Bereitstellung unserer Anlage zur Durchführung der Intertoto-Rundenspiele ein Vergleich gegen Eintrachts Bundesligamannschaft statt, der nur knapp mit 2 : 4 verloren wurde. Eintracht spielte unter anderem mit den Nationalspielern Wolter, Ulsaß, Dörfel, Maas und Gerwien.

1970 wird eine Geschäftsstelle im Stadion eingerichtet. Damit konnte ein seit Jahren geplantes Vorhaben umgesetzt werden.

1971 hat sich die Volleyballabteilung leider aufgelöst.

Herrmann Frehe tritt 1972 als 1. Vorsitzender die Nachfolge von Alfred Kappenberg an, der zum Ehrenvorsitzenden gewählt wird.

Endgültig wird 1973 der lang diskutierte Plan, eine Kegelbahn an die Räumlichkeiten des Vereinsheims anzubauen, verworfen. Nach heftigen Diskussionen in der Jahreshauptversammlung wird das Vorhaben letztlich aus finanziellen Gründen abgelehnt. Umgebaut bzw. saniert werden die Vereinsgaststätte, der B-Platz, die Heizungsanlage sowie die Duschräume mit einem Kostenaufwand von insgesamt rd. 110.000 DM.

Als Nachfolger des zurückgetretenen Herrmann Frehe wird Kurt Blut, der seit 1958 die Funktion des 2. Vorsitzenden bekleidet, 1975 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Volleyballabteilung wird wieder gegründet und nimmt ab 1976 mit jeweils zwei Herren- und Damenmannschaften am Punktspielbetrieb teil. Im Mai 1976 wird eine Badmintonabteilung gegründet. Im gleichen Jahr muss die 1. Fußballmannschaft nach 15-jähriger Zugehörigkeit aus der Verbandsliga in die Bezirksliga absteigen.

1977 wird auf der Nordseite des B-Platzes eine Tennisanlage errichtet. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch die Mitglieder der Abteilung in Form eines jährlichen Spielgeldes. Am Ende des Jahres hat der Verein 802 Mitglieder.

1946 bis 1960

Nach Zusammenbruch der Nazidiktatur finden sich erneut einige alte Freie Turner zusammen, um den Verein im dritten Anlauf zu gründen. Die Wiedergründung erfolgt am 7. April 1946. Erster Vorsitzender wird Karl Reupke. Zum geschäftsführenden Vorstand gehören noch Karl Wachtmann als Kassierer und Otto Specht als Schriftführer.

Aller Anfang ist jedoch schwer. Widerstände durch die englische Besatzungsmacht, der Mangel an Sportstätten, Sportgeräten und Sportbekleidung erschweren den Neubeginn erheblich. Zunächst wird wieder mit dem Turnbetrieb begonnen. Auch die Handballer – zur Turnabteilung gehörend – spielen erstmals wieder. Am 7. Juli 1946 wird auch der Spielbetrieb der Fußballer mit einer Mannschaft wieder aufgenommen. Die Bandbreite im Lebensalter der Spieler reicht aber vom Jugendlichen bis zum Altherrenspieler. Oftmals muss aber auch ein Turner oder Handballer einspringen.

Es bildet sich die frühere Struktur des Vereins mit den Abteilungen Turnen und Fußball wieder heraus. Die zur Turnabteilung gehörenden Sparten Faustball und Leichtathletik starten ebenfalls einen Neuanfang. Ende 1946 gehören dem Verein 310 Mitglieder an.

Eine wichtige Weichenstellung für den Verein erfolgt im Jahr 1947. Die Freie Turnerschaft bekommt im April den Sportplatz im Prinzenpark, das heutige Freie Turner Stadion zugewiesen. Allerdings fehlen jegliche Umkleide- und Funktionsräume. Die Aktiven müssen sich bei Heimspielen zunächst noch im Café am Nußberg umkleiden. 1948 werden Kellerräume in den Ruinen an der Herzogin-Elisabeth-Straße zu Umkleideräumen ausgebaut.

Die Herrichtung des überlassenen Sportgeländes ist und wird auch in Zukunft eine der Hauptaufgaben des Vereins sein. Zunächst werden auf dem B-Platz noch bestehende Kleingärten abgeräumt und damit die Bespielbarkeit des Platzes wieder uneingeschränkt hergestellt. Bis 1952 wird der Ausbau der Sportanlage mit A- und B-Platz, Zuschauerrängen auf dem A-Platz mit einem Fassungsvermögen von knapp 10.000 Zuschauern und einer kompletten wettkampfgerechten Leichtathletikanlage abgeschlossen.

1948 wird Gustav Horn als Nachfolger von Karl Reupke zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Gustav Horn wird 1949 von Dr. Heinz Cartal als 1. Vorsitzender abgelöst.

Für die sportlichen Höhepunkte in den ersten Nachkriegsjahren sorgen die Fußballer. Der 1. Mannschaft gelingt 1949 durch die Erringung der Kreismeisterschaft der Aufstieg in die Bezirksklasse. Aufgrund der Spielstärke wurden sie zu Ausscheidungsspielen für die neu gegründete Verbandsklasse (dritthöchste Spielklasse) herangezogen. Die Ausscheidungsspiele wurden erfolgreich abgeschlossen, sodass der Aufstieg in die Verbandsklasse mit Überspringen der Bezirksklasse gelang. An der Erringung der Kreismeisterschaft und dem Aufstieg in die Verbandsklasse waren folgende Spieler beteiligt:

Heinrich Niemann, Debner, „Sim“ Wiegmann, Willy Wünsche, Horst Kerkmann, Hermann Frehe, Kurt Koch, Henner Lüddeke, Walter Lücke, Wilhelm Klein, Ernst Wittig, Weinberg, Ruthmann, Rudi Horn, Karl und Kurt Bosse, Koch.

1952 wird die Sportanlage im Prinzenpark dem Verein im Erbbaurecht von der Stadt Braunschweig auf 60 Jahre überlassen. Mit diesem eigentumsähnlichen Recht gehen allerdings auch gleichzeitig die Pflichten des Eigentümers auf den Verein über. Wie sich im Laufe der folgenden Jahre herausstellt, wird daraus eine äußerst kostenträchtige Angelegenheit.

Am 4. Mai 1952 findet die Einweihung des A-Platzes mit einem Spiel gegen den deutschen Amateurmeister Bremen 1860 statt. Bekanntester Akteur der Gäste ist der mehrfache Nationalspieler Willi Schröder, der am Ende mit seinem Team mit 6 : 1 erfolgreich bleibt.

In diesem Jahr gelingt der 1. Mannschaft der Aufstieg von der Verbandsklasse in die Amateuroberliga Niedersachsen, Staffel Ost, der damals zweithöchsten Spielklasse. An diesem Erfolg waren die Spieler Niemann, Dietzel, Wünsche, Kröckel, K. und W. Ernst, Oberg, Wittig, Pfennig, Imme, Wulfert, Lücke, Schaper, Lüddeke, Dettmer und Mugracz beteiligt.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war das mit Spannung erwartete Punktspiel gegen die Braunschweiger Eintracht, das 10.000 Zuschauer in den Prinzenpark lockte. Das Spiel entschieden die Blau-Gelben durch drei Treffer ihres Ausnahmestürmers Werner Oberländer für sich. Ein Teil der Spieleinnahmen wird als finanzieller Grundstock für den Bau des Vereinsheimes verwendet.

1953 wird das Jahr der 50. Wiederkehr der ersten Vereinsgründung gefeiert. Die Festwoche beginnt am 22. August mit einem Festakt im Schützenhaus. Die Ansprache hält Walter Weiß, der Sohn des Mitgründers und langjährigen früheren Vorsitzenden August Weiß. Das Programm umfasst vielerlei Sportarten und Aktivitäten. So kommt es unter anderem zu einem Faustballturnier, einer kompletten Leichtathletikwoche sowie mehreren Fußballturnieren.

Die Judo-Abteilung des SV Blau-Gelb (später Postsportverein) tritt geschlossen in die Freie Turnerschaft über. Sie bildet neben den Turnern und Fußballern die dritte Abteilung des Vereins.

Als Nachfolger von Dr. Cartal wird 1954 Alfred Kappenberg zum 1. Vorsitzenden gewählt, der anschließend das Amt ununterbrochen bis 1972 ausübt. Es wird beschlossen einen einmaligen jährlichen Sonderbeitrag von 8 DM zur Finanzierung des geplanten Vereinsheims zu entrichten. Nach nur zweijähriger Zugehörigkeit zur Amateuroberliga steigt die 1. Fußballmannschaft wieder in die Verbandsklasse ab.

Pfingsten 1955 wird das Vereinsheim mit Gaststätte sowie Umkleide- und Funktionsräumen eingeweiht. Schirmherr ist Oberbürgermeister Otto Bennemann. Der vom Architekten Bernhard Schneemann geplante Bau hat sich über fast zwei Jahre hingezogen. Am Jahresende 1955 hat der Verein 689 Mitglieder.

Ein Strukturwandel bei den Sportarten bahnt sich langsam aber stetig an. So verliert das Geräteturnen immer mehr an Popularität, dafür gewinnt der Judosport an Bedeutung. Nach anfänglichen Höhenflügen mit Wettkämpfen in der Landesliga und Teilnahme an deutschen Meisterschaften muss der Betrieb dieser Abteilung allerdings später wieder eingestellt werden. 1956 starten die Basketballer als weitere Unterabteilung der Turnabteilung mit einer Herrenmannschaft und zwei Jugendmannschaften. Die Tischtennisabteilung wird als neue Sparte des Vereins gegründet.

Die Fußballabteilung nimmt 1957 mit insgesamt 15 Mannschaften am Spielbetrieb teil. Dabei wird aber immer deutlicher, dass zwei Fußballspielfelder kaum für die diversen aktiven Mannschaften ausreichen. Ein Problem das den Verein noch Jahrzehnte beschäftigen wird.

Gebaut wird eine Terrasse vor dem Vereinsheim mit zusätzlichen Umkleideräumen.

Das sportliche Angebot wird 1959 durch die Gründung einer Volleyballabteilung und der gleichzeitigen Anlage eines Spielfeldes hinter dem Südtor des A-Platzes erweitert. Die Judokas erringen im gleichen Jahr bei der Niedersachsenmeisterschaft mehrere Titel und der Leichtathlet Wolfgang Zinnecker läuft die 100 Meter in 11,2 Sekunden.

1960 wird auf dem B-Platz eine Flutlichtanlage installiert.

1919 bis 1933

Anfang der 20iger Jahre beginnt eine stetige Aufwärtsentwicklung. Neben dem Turnen gewinnen jetzt die Ballspiele und die Leichtathletik an Bedeutung. 1921 benutzt der Verein vier städtische Turnhallen und gliedert sich in 11 Abteilungen. Je eine Männer-, Turnerinnen-, Jugend-, Fußball- und Rasenspielabteilung sowie drei Knaben- und drei Mädchenabteilungen. Für die Ballsportarten und die Leichtathletik wird der städtische Jahnplatz genutzt. Der Verein hat 1.391 Mitglieder, davon 609 Kinder und Jugendliche. Der 1. Mannschaft der Fußballabteilung gelingt es erstmals den Bezirksmeistertitel zu erringen.

In den nächsten Jahren sind insbesondere die Fußballer und die Faustballmannschaft der Frauen mit einigen Meistertiteln sowie die Leichtathleten mit guten Platzierungen in den Bestenlisten des Arbeiterturn- und Sportbundes erfolgreich. Ende des Jubiläumsjahres 1928 gehören dem Verein 964 Mitglieder, davon 442 Kinder an. Der Verein übernimmt in diesem Jahr die Statisterie des Landestheaters. Dies wird später noch eine wesentliche Rolle für den Verein spielen.

Im Jahr 1929 wird die langjährige Suche nach einem eigenen Sportplatz von Erfolg gekrönt. Am 1. Juni 1929 wird die Radrennbahn „Sportpark Richmond“ von der Rennbahngesellschaft gekauft. Der Kaufpreis für die Radrennbahn beläuft sich auf 135.000 RM. Die Finanzierung des Kaufpreises erfolgt im Wesentlichen durch ein Darlehen der Landesversicherungsanstalt (LVA) Braunschweig in Höhe von 100.000 RM. Zum Kaufpreis kamen noch 35.000 RM für den Aus- und Umbau der Radrennbahn. Die Einweihungsfeierlichkeiten im Juni erleben 6.000 Zuschauer mit. Die Lage Deutschlands bleibt aber nicht ohne Einfluss auf den Mitgliederbestand, der auf 846 zurückgeht.

Die beginnende Weltwirtschaftskrise mit 4 – 6 Mio. Arbeitslosen in Deutschland beeinträchtigte die finanzielle Situation des Vereins Anfang der 30iger Jahre außerordentlich. 1931 sind zeitweilig 72 % der Mitglieder des Vereins arbeitslos oder Kurzarbeiter. Dadurch sind die Beitragseinnahmen gegenüber dem Vorjahr noch stärker zurückgegangen.

Die finanzielle Handlungsfähigkeit des Vereins wurde durch den Rückgang der Beitragseinnahmen und durch erhebliche Probleme bei der Finanzierung des Kaufpreises sowie bei der Unterhaltung des Sportparks Richmond – bedingt durch stark rückläufige Einnahmen aus dem Restaurationsbetrieb sowie aus der Verpachtung der Radrennbahn – beeinträchtigt. Außerdem wurden alle städtischen und staatlichen Beihilfen für den Verein gestrichen.

Der Stadt Braunschweig wurde daher im Dezember 1931 die Radrennbahn zum Verkauf angeboten. Im Falle der Übernahme durch die Stadt möchte der Verein die Anlage pachten. Die seit Beginn der Weltwirtschaftskrise im Oktober 1929 bestehenden erheblichen finanziellen Schwierigkeiten werden im Laufe des Jahres 1932 durch Zwangsmaßnahmen des nationalsozialistischen Innenministers in der Braunschweigischen Staatsregierung massiv verstärkt mit dem Ziel, die Freie Turnerschaft wirtschaftlich zu zerschlagen. So wird dem Verein die bereits erwähnte Statisterie am Landestheater, dem heutigen Staatstheater, entzogen. Aus den Einnahmen der Statisterie wurde unter anderem die Restfinanzierung des Kaufpreises für den Sportpark Richmond bestritten. Diese Finanzierung war durch eine Bürgschaft der Stadt Braunschweig gesichert. Durch den nationalsozialistischen Innenminister wurde der Stadt jedoch untersagt ihre Verpflichtungen aus der Bürgschaft wahrzunehmen. Während die Stadt zur gleichen Zeit bei anderen Braunschweiger Vereinen, die nicht der Arbeiterturn- und Sportbewegung angehörten, in gleicher Lage ihre Verpflichtungen aus den vorhandenen Bürgschaften einlöste.

Die Nutzung des Sportparks Richmond musste daher im Oktober 1932 aufgegeben werden. Die Ballsportarten werden von diesem Zeitpunkt an wieder auf dem Jahnplatz ausgetragen.

Aufgrund der bestehenden finanziellen Probleme löst sich der Verein vermutlich in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 7. Januar 1933 auf. Genaueres ist nicht bekannt, da weder ein Jahresbericht für 1932 noch ein Protokoll über die außerordentliche Mitgliederversammlung vom 7. Januar 1933 existiert. Aus einem noch vorliegenden Monatsbericht des Vorstandes vom Dezember 1932 lässt sich entnehmen, dass die Generalversammlung für das Jahr 1933 am 21. Januar im Restaurant Niedersachsen am Südklint stattfinden sollte. Noch am 13. Januar 1933 ist – wie aus einer Anzeige im Braunschweiger Volksfreund zu ersehen ist – eine Generalversammlung der Fußballabteilung der Freien Turnerschaft in der Ostbahnschänke durchgeführt worden.

Durch einen Aufruf des örtlichen Vorstandes des Arbeiterturn- und Sportbundes im Braunschweiger Volksfreund am 17.01.1933 wurde zu einer Versammlung am 19.01.1933 in das Restaurant „Niedersachsen“ am Südklint 8 zur Neugründung eines Arbeiter-, Turner- und Sportvereins eingeladen. Nach einem Bericht des Braunschweiger Volksfreundes vom 20. Januar 1933 ist dort die Gründung eines neuen Arbeiterturn- und Sportvereins mit Namen „Freie Turn- und Sportvereinigung Braunschweig“ erfolgt. Hierbei handelte es sich nach dem Bericht von Zeitzeugen um eine Neugründung der Freien Turnerschaft mit anderem Namen. 1. Vorsitzender wurde Walter Just, der nach der Wiedergründung 1946 mehrere Jahre 2. Vorsitzender der Freien Turnerschaft war.

Unzweifelhaft steht jedoch fest, dass die Freie Turnerschaft mit anderen Arbeitersportvereinen im Lande Braunschweig durch die Verordnung des Braunschweigischen Staatsministeriums zur Durchführung der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 mit Wirkung vom 31. März aus politischen Gründen aufgelöst wurde.

1903 bis 1918

Am 25. August 1903 forderte ein im Braunschweiger „Volksfreund“ erschienenes Inserat zur Gründung eines Arbeiterturnvereins auf. Nur wenige Tage später, genau am 2. September, finden sich 22 Männer im Gewerkschaftshaus am Werder zu einer Vorbesprechung zur Gründung eines Arbeiterturnvereins zusammen.

Initiatoren zur Gründung sind Otto Schulze und August Weiß, der spätere langjährige Vorsitzende des Vereins.

Um erst einmal einen geregelten Turnbetrieb beginnen zu können, müssen Turngeräte beschafft werden. Geld ist nicht vorhanden. Umso lobenswerter ist die Leihgabe des Brudervereins „Vorwärts“ in Wolfenbüttel. Mit einem Barren sowie Stäben und Keulen eröffnet August Weiß am 4. September 1903 um 18:00 Uhr im Saal des Gewerkschaftshauses die erste Turnstunde des Vereins.

Die Freie Turnerschaft schließt sich dem 1893 in Gera gegründeten Arbeiter-Turnerbund an. Das Bekenntnis zur Arbeitersportbewegung führte in den ersten 30 Jahren der Geschichte des Vereins bis zum schicksalhaften Jahr 1933 zu vielfältigen Behinderungen und Einschränkungen. In der sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelnden Turn- und Sportbewegung nimmt die Freie Turnerschaft als Mitglied der Arbeitersportbewegung die Stellung eines Außenseiters ein.

Dennoch entwickelte sich der Verein unter der umsichtigen und aufopferungsvollen Leitung – insbesondere von August Weiß – zu einem Sportverein mit einem für die damalige Zeit breiten sportlichen Angebot, der bald mehr als 1.000 Frauen, Männern und Kindern eine gesellschaftliche und sportliche Heimat gegeben hat. Die sportliche Tätigkeit des Vereins umfasste Turnen, seit 1911 auch Fußball, nach dem 1. Weltkrieg außerdem Leichtathletik, Handball, Faustball und längst vergessene Sportarten wie Schlag-, Raff- und Trommelball.

Bereits 1905 wird eine Turnerinnen-Abteilung gegründet. 1906 veranstaltet der Verein das Kreisfest des 2. Kreises des Arbeiterturnerbundes in Braunschweig mit 10.000 Aktiven und bis zu 6.000 Zuschauern.

1909 beträgt die Mitgliederzahl des Vereins 569, davon sind 91 Turnerinnen und 257 Jugendturner und Knaben.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Vereins wird im Jahr 1912 je gestoppt. Am 1. September 1912 wird der Verein vom Magistrat der Stadt aufgefordert die drei bestehenden Kinderabteilungen aufzulösen. Im Weigerungsfalle wird zum 1. Januar 1913 die Kündigung der drei zum Kinderturnen benutzten städtischen Hallen angedroht. Der Verein kommt dieser Aufforderung nicht nach. Er hat zu diesem Zeitpunkt 1.221 Mitglieder, davon 432 Kinder, zu verzeichnen.

Diese Weigerung hat die Auflösung des Vereins mit Verfügung der Polizei vom 8. September 1912 zur Folge. Die vom Vorstand des Vereins gegen die Auflösungsverfügung eingelegten Rechtsmittel bleiben erfolglos. Am 3. März 1913 bestätigt das Verwaltungsgericht in Braunschweig die Verfügung der Polizei. Die Freie Turnerschaft wird für politisch erklärt und aufgelöst. Rechtlicher Vertreter Vereins in dieser Auseinandersetzung war der spätere langjährige Ministerpräsident des Freistaates Braunschweig Dr. Heinrich Jasper.

Bereits am 4. März 1913 wird die „Neue Freie Turnerschaft“ gegründet. Aus taktischen Gründen wird vermieden, Jugendlichen unter 18 Jahren die Mitgliedschaft zu erteilen. Die Jugendlichen werden unter dem Namen „Sportvereinigung 1912“ und die Eltern der Kinder unter dem Namen „Elternbund“ zusammengefasst.

Die „Neue Freie Turnerschaft“, die „Sportvereinigung 1912“ und der „Elternbund“ werden jeweils von einem gesonderten Vorstand verwaltet. In Wirklichkeit entsteht ein Verein mit drei Abteilungen und insgesamt 1.329 Mitgliedern.

In den Kriegsjahren 1914 bis 1918 wird die Arbeit des Vereins stark beeinträchtigt; sie kommt aber nicht völlig zum Erliegen.

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