1:1

„Dieses Tor kann Gold wert sein“

Kai Olzem klingt ein wenig heiser. Auch einen Tag später sind die Anstrengungen der Oberliga dem Coach der Freien Turnerschaft noch anzumerken. Doch auch die Freude über den Punktgewinn gegen den Tabellendritten SC Spelle-Venhaus ist da.

Vielleicht wäre sogar mehr drin gewesen. Wieder einmal sah sich der 37-Jährige gezwungen, personell umzustellen. Die Rückkehr zur alten Turner-Dreierkette war gegen die Gäste aus dem Emsland ein probates Mittel. Stefan Riedel verteidigte auf links statt Kevin Hintersdorf. Keine Entscheidung gegen „Hinti“, wie Olzem betont: „Stefan Riedel und Fabian Krüger kennen sich aus dem Eff-eff. Hier setzte ich auf die Kommunikation.“ Jonas Kierdorf (Urlaub) und Nils Gehde (angeschlagen) fehlten dagegen ganz. 

Auch wenn das Ergebnis dem vom Ostermontag in Cloppenburg gleicht, war es ein komplett anderes Spiel. „In Cloppenburg war es extrem kampfbetont und fußballerisch von beiden Seiten Mangelware“, erinnert sich Olzem. „Diesmal war es vor allem fußballerisch deutlich besser“, so Olzem, der gegen Spelle-Venhaus gute Stafetten und aggressive Spielweise seiner Elf sah. Die Gäste wirkten im ersten Durchgang als die reifere Mannschaft, hatten letztendlich aber nur eine brandgefährliche Aktion, als Hendrik Neumann einen langen Ball unterschätzte und Sascha Wald alleine auf Timo Keul zu lief, jedoch völlig überhastet vergab. „Die macht er normal im Schlaf“, ist Olzem froh, dass der Spielmacher der Gäste hier versagte. 

Leistungssteigerung nach der Pause

Nach der Pause kamen die Hausherren deutlich verbessert aus der Kabine, agierten mutiger und liefen ihre Gegenspieler früher an. Daraus resultierte auch der Führungstreffer durch Julian Bräunig. Es war ein wunderschön vorgetragener Angriff über die Außen, bei dem Bräunig mutig volley aus spitzem Winkel vollendete. „Ein überragendes Tor“, bestätigt Olzem. Dass es am Ende nicht zum Sieg reichte, „zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Wochen“. Wieder einmal war es ein Standard, der zum Gegentor führte (84. Florian Hoff). „Da müssen wir bis zur letzten Sekunde den Gegenspieler im Auge haben“, der sich über den Gegentreffer ärgert: „Das hat sich nicht so gut angefühlt.“ 

Dennoch kann der Bräunig-Treffer am Ende noch gold wert sein: „Das Spiel gibt nochmal Selbstvertrauen“, so Olzem. „Auf unsere Leistung in der 2. Halbzeit können wir stolz sein. Die Mannschaft hat ein gutes Fußballspiel abgeliefert. Unser Gegner hatte keine einzige echte Chance aus dem Spiel heraus.“ In den nun verbleibenden vier Spielen ist Abstiegskampf pur angesagt. „Uns ist klar, dass wir gegen Heeslingen und den HSC Hannover etwas holen müssen“, sagt der Trainer. Doch zunächst geht es am Mittwochabend (18:30) im Flutlichtpokal-Halbfinale zum Nachbarschaftsderby beim BSC Acosta.

Martin Kühn gegen Michael Gellhaus. Foto: Moritz Eden

 

Zahlen & Fakten

Freie Turner: Keul, Schreyer, Riedel, Krüger, Behrens, Blechner (84. Leudy), Mayoral, Kaupert, Bräunig, Neumann, Kühn (73. Omarkhiel) Trainer: Kai Olzem

SC Spelle-Venhaus: Gellhaus, Stegemann, Olthoff, F. Hoff, Suchanke, N. Hoff (76. Elfert), Menke, Ahrens, Elpermann (69. Popov), Landwehr (82. Bartling), Wald Trainer: Sebastian Röttger

Torfolge: 1:0 Julian Bräunig (65.), 1:1 Florian Hoff (84.)

Quelle Regionalsport

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